RedBull Coast2Coast erleben – Meine Erfahrung

Ich hatte mich für den RedBull Coast2Coast angemeldet, was mir aber noch keine Teilnahme versprach, da es weit mehr Anmeldungen als Startplätze (600) gab. Aber das Losglück war auf meiner Seite und auch einige Freunde und Bekannte hatten einen Platz. Ralf Bulau von Bigboysports hat aber zusätzlich dafür sorgen können, dass auch diejenigen mit weniger Glück starten konnten, denn es wurden immer wieder Plätze frei. Ebenso hat er uns allen ein Plätzchen auf dem Campingplatz direkt am Ufer klarmachen können, das war schon sehr cool! Danke Ralf!

Der Tag rückte nun näher aber die Windvorhersage ließ uns ein wenig verzweifeln. Für den Samstag war immer weniger Wind angesagt und RedBull hat sehr lange mit einer klaren Ansage auf sich warten lassen. Außerdem hätte man am Freitag schon zur Anmeldung erscheinen müssen, was mir persönlich einen Arbeitstag gekostet hätte plus die lange Fahrt von Köln nach Fehmarn und zurück, da hatte ich wenig Lust das in Kauf zu nehmen, wenn das Event abgesagt werden würde.

Im Laufe des Donnerstags war dann klar, dass das Rennen auf Sonntag verschoben wird und erst Freitag Nachmittag kam die Info, dass dann auch die Anmeldung um einen Tag auf den Samstag verschoben wird.

Super, damit war die Entscheidung für uns getroffen, wir fahren Samstag sehr früh morgens los. Wir sind dann tatsächlich schon um 10 Uhr angekommen und hatten den ganzen Samstag um unser Lager aufzuschlagen, uns umzuschauen, anzumelden und das Event Flair zu genießen.

Am frühen Abend gab es noch ein Info Meeting. Dort wurde der Kurs erklärt und alle wichtigen Infos (Ablauf, Sicherheit etc.) verkündet. Dazu muss man sagen, dass der Fahrtkurs auf einer zu kleinen Tafel gezeichnet wurde, die aufgrund der Höhe nur die ersten Reihen sehen konnten.

 

Die Event Party fand dann Freitag statt (da das Rennen ja auf Sonntag verschoben wurde) und nochmal Samstag, aber ich muss gestehen ich hab sie mir auch am Samstag geschenkt, was aber wohl viele gemacht haben und verpasst haben wir angeblich nicht viel.

Sonntag Morgen ging es dann recht früh mit dem Check-In los. Dafür wurden alle Teilnehmer in zwei Gruppen aufgeteilt, die erste Gruppe, Nummer 1-300 (zu der ich gehörte) durfte um 7.30 Uhr antreten, die andere eine Stunde später. 

Das ging alles wirklich reibungslos und nun hieß es warten. Um 10 Uhr sollte das Riders Meeting stattfinden. Dieses verschob sich aber insgesamt drei mal um insgesamt 1,5 Stunden. Das war etwas nervig. Und viel Neues erfuhr man beim Meeting auch nicht, vor allem hörte man in den hinteren Reihen mal wieder kaum was.

Immer mehr Kiter begaben sich langsam aufs Wasser. Der Startschuss fiel dann – von mir unbemerkt – als ein Motorboot von rechts nach links irgendwo auf dem Wasser an den Kitern vorbei fuhr. Ab dann hieß es hart upwind fahren um die erste Boje zu passieren. Ich bin voll motiviert vielen anderen Kitern hinterher gefahren, irgendwann kam ich durch zwei weiße RedBull Bojen, diese hab ich fälschlicherweise für die Startbojen gehalten, doch diese sollten noch viel weiter in Luv liegen. Es dämmerte mir schon, dass es die falsche Boje gewesen sein könnte, aber da waren noch so viele andere Kiter um mich herum, dass ich dachte so viele können ja nicht falsch liegen. 

Also weiter im Kurs, die Masse an Kitern hinter und vor allem vor mir wurde immer kleiner, ich passierte die Wasserstraße ohne Boote in meiner Nähe zu sehen. 

Das hintere Bein brannte langsam und das ein oder andere Mal erwischte mich eine Welle durch Unaufmerksamkeit und brachte mich zu Fall, die kurze Pause im Wasser begrüßte ich allerdings. 

Der Wind blies weiterhin konstant. Ich dachte so langsam daran, dass ich die gleiche Strecke ja wieder zurück kiten müsse, wird schon irgendwie gehen, da muss ich mich dann durchbeißen. 

Die dänische Küste ließ sich langsam erahnen und wurde dann relativ schnell gut sichtbar, meine Motivation stieg wieder mit der Sichtbarkeit. Mein erstes Mal in Dänemark, wo ist jetzt diese Boje die wir umfahren sollten? Und wo das RedBull Zelt am Strand Dänemarks? In Lee von mir ein paar vereinzelte Kiter, in Luv aber gut 400-500 Meter entfernt etliche Kiter mehr, war ich doch viel zu sehr abgefallen?

Ich machte einen kleinen Hopser vor der Küste Dänemarks und kehrte um, so wichtig war es mir nicht, dass meine Zeit gewertet wird. Doch nach gut 500 Metern kam mir ein RedBull Schlauchboot entgegen. Ein Typ auf dem Boot winkte mir zu und zeigte in Richtung Dänemark. Ich machte kurz halt und wartete, er kam mir näher, aber nicht so nah als dass ich hätte verstehen können was er rief, er zeigte abermals nach Dänemark und ich interpretierte, dass ich nochmal umkehren und versuchen solle die Wendeboje zu treffen. 

Gut, dann wird sie vielleicht gar nicht so weit weg sein. Dann würde ich doch nochmal probieren vor Dänemark Höhe zu gewinnen. Ich probierte es etwa 30 Minuten, aber der schwächelnde Wind machte es schwer (der Starke Rocker meines Boards vielleicht auch), viel Sinus Kurven fliegen war nötig. Und auch dann war der Höhengewinn nicht bezeichnend. Ich sah wie zwei Kiter am Strand hochliefen, mit ihrem Kite in der Luft. Ich beschloss dies auch zu versuchen, rechnete mir aus auf diese Weise schneller Höhe zu gewinnen. 

Mein Board stoppte auf dem Sand Dänemarks, ich merkte wie der Kite total unruhig im Wind stand, die Dünen verwirbelten den ohnehin schwachen Wind und es war sehr müßig den Kite am Himmel zu halten. Dann fiel er plötzlich aus der 12 Uhr Position Drucklos vom Himmel, Shit ich hatte das Board mit Boots noch an und konnte nicht rückwärts laufen um den Druck wieder aufzubauen, kurz über dem Wasser gewann der Kite trotzdem wieder an Druck und riss daher einmal kräftig an mir und landete dann auf dem Wasser. Meine Fußgelenke hatten diesen Ruck auszubaden, das ist wirklich der Nachteil von Boots. 

Es dauerte zum Glück nicht lange bis ich den Kite wieder in der Luft hatte. Schnell und hastig schnürrte ich meine Boots auf und zog sie aus. Ich fing an am Strand hochzulaufen, ständig damit beschäftigt den Kite in Bewegung zu halten damit er nicht abstürzt. Zwei andere Kiter liefen in Lee von mir den gleichen Weg. Der vordere kam mir langsam näher und ich befürchtete schon, dass zu viel Nähe bei diesen Windbedingungen schlecht sein würde. Er hielt seinen Kite auf der Landseite, ich meinen auf der Wasserseite. Immer wieder war es nötig meinen Kite tiefer durch das Windfenster zu ziehen um ein Abstürzen zu verhindern. Mein Vordermann achtete leider nicht auf mich und bei einem dieser Manöver kaschierten sich die Leinen beider Kites. Dabei wurde sein Kite auf die Dünen gedrückt. In genau dem Moment kam aber ein RedBull Mitarbeiter ganz überraschend über die Düne und half in der Situation. Alle Beteiligten blieben somit unversehrt, der Kiter selbst schien aber auch extrem entspannt.

Der RedBull Mitarbeiter fragte mich anschließend, ob ich Hilfe bräuchte, ob ich mit ihm zurückfahren wolle. Etwas verwirrt fragte ich ob ich auch zurück kiten könne. Klar, wenn ich mich fit genug fühle, antwortete er. 

Ich nickte und fragte noch, wie weit weg denn die Wendeboje sei. 

Die würde ich heute nicht mehr erreichen, kam nur zurück, was mich etwas überraschte aber auch zu gleich erleichterte, dann also jetzt auf direktem Weg zurück nach Deutschland. 

Gedacht, getan!

Bis zur Wasserstraße fuhr ich wieder mit starkem Ankanten, da ich keine Orientierung hatte, wie weit im Luv oder Lee das Ziel liegen würde. Auf dem Rückweg musste ich dieses Mal einen großen Tanker passieren lassen. Dies wurde von einem dem Tanker vorausfahrenden RedBull Begleitboot mit roter Flagge signalisiert. 

Kurz nach der Begegnung mit dem Tanker erblickte ich in der Ferne schon das RedBull Zelt im Ziel auf Fehmarn. Ab da war kein Kante halten mehr nötig, im Gegenteil, teils starkes Abfallen und Downwind fahren war angesagt.

„Zu Hause“ angekommen war der Empfang recht unspektakulär, aber ich war trotzdem stolz und auch glücklich meinen Oberschenkeln jetzt eine Pause gönnen zu können. Gleichzeitig wurden die Sieger gekürt und ich traf auf Freunde die auch gerade oder schon länger zurück waren.

Bei gemeinsamen Fachsimpeln und Anstoßen (natürlich mit RedBull … nicht) ließen wir das Rennen ausklingen. Ich war glücklich, dass ich nicht wie die meisten anderen am selben Tag die Heimreise antreten musste.

Soviel zu dem Erlebnis, RedBull hat dazu einen Film gemacht. 

Ich schnippel derweil an meinem eigenen Coast2Coast Filmchen. Nichts großes, aber ich hoffe der ein oder andere freut sich über den persönlichen Einblick und für mich ist es eine schöne Erinnerung.

Meinen Film seht ihr ganz oben 🙂

Das Event hat mir viel Spaß gemacht, vor allem das Drumherum und mit den Leuten war es wieder ein Highlight. Abgesehen davon war es eben ein Langstrecken-Rennen und genauso wie mit dem Marathon, den ich 2013 lief, weiß ich nicht, ob ich es nochmal machen würde. Ich bin dann doch eher der Kurzstreckenläufer und Spaßkiter, der sich ab und zu mal so einer Herausforderung stellen will, um seine Grenzen auszutesten.

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